Sie sind hier: Region / Städte & Gemeinden / Details

Buchungsanfrage

Tourist. Region:

oder Ort:

Unterkunftsart:
Ferienwohnung
Ferienhaus
Privatzimmer
Hotel/Pensionen
Personen:
Anreise:

Abreise:

Wittstock/Dosse-Dossow

Angezeigt wird 1 Eintrag

Dossow 

Die meisten Städte der Mark sind durch ihren ländlichen Charakter geprägt. Ein Bild, das heute noch bestätigt wird. Einige von ihnen sind jedoch "ländlicher" als andere, sind im Laufe der Zeit zu Dörfern geworden. Kaum jemand wird bei dem Besuch des Dorfes Dossow in der Ostprignitz gelegen, auf die Idee kommen, sich in einer Stadt zu sehen. Und doch tauchen in den mittelalterlichen Urkunden Bezeichnungen auf, die eine Charakteristik als Stadt zulassen. Nur ist man sich bis heute nicht einig, was eine Stadt ausmacht: Für die einen reicht der urkundliche Nachweis, für andere ist die Ummauerung ausschlaggebend. Die moderne Geschichtswissenschaft charakterisiert als Stadt einen Ort mit zentralörtlichen Funktionen. In der östlichen Prignitz in der "terra" Wittstock liegt Dossow. Sein Name leitet sich von dem Flüsschen ab, an dem es liegt und bedeutet soviel wie "Wasser". Erstmals wurde damals noch Dosse genannt und ist Urkundenort der brandenburgischen Markgrafen Johann, Otto und Konrad, die hier residierten. Schon ein Jahr später erfahren wir mehr über den Ort. Im Grenzgebiet zu Mecklenburg gelegen, ist er begehrtes Streitobjekt verschiedenster Adliger. Die brandenburgischen Markgrafen, die Herren von Werle und die Bischöfe von Havelberg, denen die terra Wittstock gehörte, stritten eifrig. 1274 vereinbarten der Bischof und die von Werle die gemeinsame Nutzung der Einkünfte des Ortes. hier wurde Dossow ausdrücklich als Stadt bezeichnet, auch eine Mühle war schon vorhanden. 1287 und 1295 beherbergte Dossow wieder die Markgrafen von Brandenburg. Im 14. Jahrhundert gehörte die Stadt den Grafen von Lindow, bis es 1325 vom Bischof erworben wurde. Seinen städtischen Charakter verlor Dossow nach und nach. Anzeichen für seine einstige Bedeutung fanden sich in späterer Zeit durchaus noch: Die Feldmark war mit 80 Hufen etwa doppelt so groß wie die eine durchschnittlichen Dorfes und nur 20 Hufen kleiner als die Wittstocker. Wohl auch noch Folge der einstigen Bedeutung war die herausragende Stellung der Bauern gegenüber den Bauern der umliegenden Dörfer. So wurde im Erbregister von 1591 ausdrücklich betont: "Die von Dossow tun nicht allwege Hofdienst, wie andere Amtsdörfer, haben genannten Dienst". Dieser genannte Dienst bestand damals in jährlichen 7 Tagen Pflugdienst, 7 Tagen Erntedienst, in der Anfuhr von Holz zum Ziegelofen und zur Burg (Goldbeck, weiteren Fuhrdiensten z.B. nach Zechlin und Dienst zum Grasmähen. Im Gegenzug wurde den Dossower Bier und Brot als Verpflegung zugestanden. Die übrige Verfassung des Ortes ließ aber auch damals schon eine Stadt schwer vorstellen. So hatte Dossow keine eigene Gerichtsbarkeit, die Eigenverwaltung wurde, wie in jedem Dorf, von einem Schulzen wahrgenommen. Dieser saß noch nicht einmal hier, sondern im benachbarten Dranse und hatte die vier Hufen des Schulzen gepachtet. Der 30 jährige Krieg brachte auch für Dossow großen Schaden. Von den 37 Hüfnern vor dem Krieg (1574) waren 1652 noch 10 übrig geblieben. Insgesamt wohnten in diesem Jahr hier 26 Personen. Während dieser Zeit kam Dossow in den Besitz der Familie von Burgsdorff. Eine Reihe von Konflikten entstand. So stritten die Dossower mit der Witwe Konrad von Burgsdorff um die Errichtung einer Walkmühle, die halb auf der Dossower Feldmark errichtet werden sollte und so die Einkünfte der Bauern geschmälert hatte. Im Kataster von 1686, einer vom Kurfürsten verfügten Bestandsaufnahme der gesamten Prignitz, kam Dossow nicht allzu gut weg: Es gab keine Handwerker oder Handwerkerstellen, keine Mühle, keinen Schmied, nur eine wüste Schmiedestelle, einen Schäfer und einen Kuhhirten (der Schweine mithütete). "Der Acker ist mittelmäßig Schlechte Weidung und Hütung. Keine Fischerei." Wahrlich, von der Bezeichnung "offen Städtlein Dosse", wie es noch 1574 genannt wurde, war nichts mehr geblieben. Die eigentlich spätmittelalterliche Kirche wurde im 19. Jahrhundert umgebaut auch sie erinnert in nichts an die "großen Zeiten". So muss man wohl feststellen, dass für einige Orte, zu denen Dossow gehört, die neuere Zeit Bedeutungsverlust brachte. Der kleine Glanz, in dem sie im oft beschriebenen "dunklen Mittelalter" standen, ist längst verblasst. Lediglich alte Urkunden erinnern an ihn.




Logo LOOK & BOOK Wir nehmen gern Ihre Anregungen zu den Einträgen entgegen, bitte unter Tel.: 033082 / 4057-77, Mo-Fr 9 - 16 Uhr oder wenden Sie sich bitte an unseren Support. Hinweis: Für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Zusammenstellung kann keine Gewähr übernommen werden. WebHits Statistik WebStatistik LOOK & BOOK