Neuruppin
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Neuruppin
Im 13. Jahrhundert tauchte erstmals der Begriff Grafschaft Ruppin auf. Die Grafen von Arnstein erwarben damals die Herrschaftsrechte am Rhin.
Die erste urkundliche Erwähnung Neuruppins war 1238 als "Rapin". 1256 erhielt die Siedlung Stadtrecht und bis etwa 1300 nannte sie sich Ruppin. Pest, Plünderungen und Brandschatzungen im 30-jährigen Krieg führten dazu, dass 1648 nur noch 150 Häuser, von über 600, bewohnt waren und die Bevölkerungszahl von 7.000 auf 1.000 sank. Schon vor dem Krieg gehörte das Brauwesen zu den wichtigsten Einnahmequellen. 1740 gab es 67 Brauhäuser. Mit der Amtszeit des Soldatenkönigs Friedrich I. (1713-1740) wurde die preußische Armee erweitert und die Soldaten brauchten Uniformen. Die Tuchherstellung erlebte einen enormen Aufschwung. Die von der Bier- und Tuchherstellung lebende Stadt entwickelte sich zu einer Garnisons- und Beamtenstadt
Am 26. August 1787 fiel Neuruppin einem großen Brand zum Opfer, fast alle Bauten aus dem Mittelalter gingen verloren. Der Wiederaufbau der Stadt erfolgte nach Plänen des königlichen Baumeisters Bernhard Matthias Brasch, der bereits seit 1783 in der Stadt tätig war. Zeitgenössischen Ideen der Aufklärung folgend konzepierte er eine architektonisch großzügige Stadtanlage. Mit der Fertigstellung der Pfarrkirche 1806 wurde der Wiederaufbau vorerst abgeschlossen.
Viele denkmalgeschützte Sehenswürdigkeiten lassen den Stadtrundgang zu einem Erlebnis werden. Der Tempelgarten wurde 1732-1736 im Auftrag des Kronprinzen Friedrich von Preußen angelegt. 1853 wurde der Garten von der Familie des Johann Christian Genzt (1794 in Neuruppin geboren) erworben und in den Folgejahren im "maurischen Stil" umgestaltet. Weltweit bekannt sind die "Neuruppiner Bilderbogen". Als Begründer gilt der Buchdrucker Johann Bernhard Kühn (lebte von 1750-1826 in Neuruppin). Seit 1825 wurden die Bilderbogen in den Buchdruckfirmen von Gustav Kühn (1794 in Neuruppin geboren, Sohn von J. B. Kühn), Oehmigke & Riemschneider und F. W. Bergemann über ein Jahrhundert gedruckt. In diesen Jahren verließen etwa 22.000 verschiedene Bilderbogenmotive die drei Offizine. Die Neuruppiner Klosterkirche, am Ufer des Ruppiner Sees, zählt zu den wenigen Gebäuden, die den Stadtbrand überlebt haben. Wichmann von Arnstein gründete 1246 das Kloster als erste Niederlassung der Dominikaner auf märkischem Boden. In Neuruppin wurden der Baumeister Karl-Friedrich Schinkel und der Dichter Theodor Fontane geboren. Das Denkmal von Schinkel befindet sich am Kirchplatz und das Fontane-Denkmal ist am südwestlichen Ende der Karl-Marx-Straße.
Seit 1952 ist Neuruppin Kreisstadt und 1998 erhält sie den Titel "Fontanestadt". Sie ist mit ihrer reizvollen Seenlandschaft und der nahe gelegenen Ruppinger Schweiz ein beliebtes Urlauberziel.
Foto: Ivonne Meyer, Storbeck
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